Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

Technische Neuerungen, die in Zukunft eine Rolle spielen werden


Übersetzt und zusammengestellt von Dipl.Ing. Lothar Herrmann

Bei der Entwicklung neuer FRS werden sicher auch die neuesten Errungenschaften auf dem Gebiet der passiven Funk- und Funkmessortung, der Lasertechnik und der Ausnutzung infraroter und anderer optischer Signaturen eingesetzt werden.

Passiv-Radar(Quelle Wikipedia)

Unter Passivradar versteht man eine Ortungstechnik, die im Gegensatz zum herkömmlichen Radar keine elektromagnetische Energie aktiv aussendet, um deren Reflexionen zu analysieren. Stattdessen werden Reflexionen und der Doppler-Effekt von Ausstrahlungen bekannter Rundfunk-, Mobilfunk-, oder ähnlicher konstant strahlender Sender ausgewertet.

Dabei sind dem rechnergestützten Auswertesystem die näher gelegenen Sender, deren genaue Frequenzen, Modulationsarten und die geographische Lage bekannt. Bewegt sich ein reflexionsfähiges Objekt, z. B. ein Flugkörper, im Strahlungsfeld des Senders, so können aus den Frequenz-, Amplituden-, Phasen- und Laufzeitänderungen am Standort des Passivradars Rückschlüsse auf die Flugbahn und die Art und Größe des Objekts gemacht werden. Das Verfahren benötigt wegen der komplizierten und aufwändigen Berechnungen bei der Signalauswertung eine sehr hohe Rechenleistung.

Beispiel 1:
Das Koltschuga-System (russ. Кольчуга für "Panzerhemd") ist ein passiv arbeitendes Funkmess-Überwachungssystem (SIGINT) von der ukrainischen Firma Topaz. Das Gerät erfasst, analysiert und identifiziert laut Hersteller praktisch alle bekannten Emitter in Flugzeugen wie z. B. Funk, Radar, TACAN-Navigation, Datenübertragung und Radarhöhenmesser.

Das System empfängt und verarbeitet Signale in einem Bereich von 130 MHz bis 18 GHz, ohne selbst aktiv zu senden, was die Lokalisierung der Anlage erschwert.

Beispiel 2:



Das tschechische Radarsystem Vera-E (Foto: www.era.cz)



"Man kann ein ganzes Land überwachen"

Sicherheitsbehörden versprechen sich vom Passivradar den Vorstoß in neue Dimensionen der Überwachung. Mit einem "Celldar"-System an Bord eines "Awacs"-Flugzeugs ließe sich nach Worten von Roke-Manor-Entwicklungschef Peter Lloyd "ein ganzes Land verdeckt überwachen", nur indem man an seinen Grenzen entlang fliegt. In einer Pressemitteilung behauptete die britische Firma gar, "Celldar" könne auch einzelne Menschen "auf militärisch nutzbare Entfernungen" verfolgen. Das Dokument sorgte für reichlich Wirbel unter britischen Medien und Datenschützern - und wurde von Roke flugs zurückgezogen.



Opto-elektronische Zielortung

(Quelle: www.defensys.ru )

Hersteller: OAO "Оборонительные системы" (Russland, Weißrussland)

Ein Prototyp ist die in Russland entwickelte opto-elektronische Rund-blickstation "Phönix". Sie gewährleistet die automatische Aufklärung von Zielen im Infrarotbereich, ihre Begleitung und die Abgabe der Koordinaten verschiedener Erd-, See- und Luftziele (Panzer, schneller und kleiner Schiffe, Unter- und Überschallflugzeuge, Raketen, gelenkte Bomben, Hubschrauber, …), einschließlich solcher nach Stealth-Technologie hergestellter Objekte. Die Anwendung erfolgt autonom, mit Feuermitteln und zusammen mit Raketen-leitstationen zur Erhöhung der Effektivität der Komplexe der Luftverteidigung. Die Funktion der Station kann durch technische Aufklärungsmittel des Gegners nicht entdeckt werden.

Der Einsatz erfolgt unter Bedingungen:

  • der Funkmessunterdrückung und -gegenwirkung;
  • der Funk- und Funkmess-Stille;
  • des Waffeneinsatzes gegen die Funkmess-Stationen.

Die Station kann ergänzt werden durch:

  • eine stabilisierte Plattform;
  • einen Laserentfernungsmesser mit einer TV-Lenkung;

Die Station kann auf Schiffen, auf Landfahrzeugen, auf Gefechtsfahrzeugen der Luftverteidigung und in stationären Stellungen eingesetzt werden.





"Phönix"





Anwendungsbeispiel bei der Truppenluftabwehr

 
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