Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

Unbemannte Flugkörper (BLA - Drohnen)


Autor : O. Siegfried

BLA : nicht erfüllbare Aufgaben gibt es nicht

Die BLA werden von der militärischen Führung führender internationaler Staaten als ein wichtiges Mittel zur Erhöhung der Gefechtsmöglichkeiten bewaffneter Kräfte angesehen. Ihr Gefechtseinsatz sollte vorzugsweise bei folgenden Aufgaben erfolgen : großer Flugdauer (Zeit des Fluges in einem vorgegebenen Raum), bei erhöhter Gefahr und Schwierigkeit z.B. in Gebieten intensiver Feuerdichte der Mittel der LV und Fliegerkräfte des Gegners aber auch in solchen Gebieten mit radioaktiver, chemischer und biologischer Verseuchung.
Drohnen können in einem wesentlich breiteren Bereich der Überbelastung und Einsatzdauer eingesetzt werden, als das bei bemannten Flugkörpern möglich ist, die begrenzt werden durch die physiologischen Möglichkeiten der Besatzung.

Unter den Drohnen versteht man Flugkörper für einmaligen oder mehrfachen Einsatz ohne Besatzung. Sie bestehen aus einem Triebwerk, nutzen das aerodynamische Prinzip des Auftriebes, haben eine Nutzlast oder ein Gefechtsteil sowie eine Flugdauer, die die Erfüllung spezieller Aufgaben ermöglicht. Die Steuerung der Drohnen wird mittels programmierter Bordapparaturen oder Fernsteuerung verwirklicht. Diese Fernlenkung kann diskret oder ununterbrochen erfolgen. Im letzteren Fall bezeichnet man die Drohne als ferngelenkten fliegenden Apparat.

In der gegenwärtigen Bewaffnung der USA und der westeuropäischen Länder der NATO befinden sich eine Reihe von Drohnen unterschiedlicher Typen, die die Qualität des der luftgestützten Aufklärung bestimmen.
Im ganzen sind weltweit 300 Projekte von Drohnen mit einem Fluggewicht von einigen Kilogramm bis zu einigen Tonnen bekannt. Dazu gehören : in den USA RQ-1B "Predator", FMQ-151A "Pointer", BMQ-147A "Eksdron", Pioner, in Großbritannien CL-89, in der BRD CL-89 und CL-289, in Frankreich CL-89 und CL-289 und "Mart". Alle vorhandenen Drohnen sind einsetzbar in bewaffneten Konflikten.
Wesentlich stimuliert wurde die Entwicklung der Aufklärungsdrohnen durch ihren erfolgreichen Einsatz im Verlaufe der Gefechtshandlungen in der Persischen Bucht im Jahr 1991. Im Detail: mit Hilfe der Drohnen "Pioner" welche ca. 300 Flüge mit einer Gesamtdauer von 1.000 Stunden ausführten, wurden Seeminen, Startanlagen der Küstenverteidigung und Stellungen der Einheiten der LV gesucht sowie das die Feuerkorrektur großkalibriger Schiffsartillerie durchgeführt. Truppenteile der Landstreitkräfte und Marine nutzten die Drohnen für die Zielzuweisung an die Schlagkräfte der Flieger und Hubschrauber und zur pausenlosen Kontrolle der Bewegung der gegnerischen Truppen. Dabei ist die geringe Bemerkbarkeit der Drohnen verantwortlich für die hohe Überlebensfähigkeit der Apparate über dem Territorium des Gegners. Während der Gefechtshandlungen wurden nur zwei Drohnen durch Feuer der Fla-Artillerie vernichtet. Außerdem konnte im Verlaufe der Operation "Freier Irak" im Jahr 2003 die Drohne RQ-4A "Global Hawk" vom kontinentalen Teil der USA aus zu ca. 20 Gefechtsflügen mit einer Gesamtflugzeit von 350 Stunden eingesetzt werden.
Das machte ca. 3 % der Gesamtanzahl der Aufklärungsflüge der Fliegergruppierung aus. Aber es wurden durch die Drohnen mehr als 50 % der Aufklärungsinformationen zu stationären und mobilen Zielen, die in den USA bearbeitet wurden, erbracht. Die durchschnittliche Zeit der Verteilung und Übertragung der Informationen war nicht größer als 10 Minuten. Auf der Grundlage dieser Daten wurden mehr als 10 Fla Batterien, 70 Kfz und mehr als 300 Panzer vernichtet.

In der zurückliegenden Etappe stellten ausländische Spezialisten folgende Hauptmängel der ersten Serie der Drohnen fest wie : ihre schwache Anpassung und Veränderung an die operative Lage, Verwundbarkeit und Beschädigung der Datenübertragung, der Nachrichtenkanäle und ein verhältnismäßig kleinen Radius der Fernlenkung.
Der qualitative Durchbruch auf dem Gebiet der Schaffung und des Einsatzes von Drohnen blieb der Einführung der Mikroprozessortechnologie vorbehalten. Diese ermöglicht es, einen hohen Grad der Zuverlässigkeit der miniaturisierten Geräte zur Lenkung, verbunden mit einer hohen Betriebszuverlässigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit bei kleinen Stückzahlen zu gewährleisten. Im Ergebnis der Miniaturisierung elektronischer Systeme ergaben sich Möglichkeiten zur Schaffung moderner Drohnen mit TV- und Infrarotkameras hoher Auflösung, Mehrzweckfunkmeßstationen mit synthetischen Antennen und anderer hochtechnologischer Aufklärungs- und Zielapparaturen. Es wurden neue Methoden und Mittel zur Bestimmung und Verteilung von Informationen großen Umfangs in Realzeit oder in gering verzögerter Zeit entwickelt.
In der Gesamtheit der vorliegenden Maßnahmen sind die unbemannten Systeme die geschmeidigsten und effektivsten Mittel zur Führung der Luftaufklärung unter modernen Gefechtsbedingungen einer sich schnell verändernden operativen Lage und die Grundlage für Informationssicherstellung der Kommandeure aller Stufen.

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US Drohne "Global Hawk"

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Im Bereich der Entwicklung perspektivischer Aufklärungsdrohnen ist ein Komplex von Maßnahmen auf die Erweiterung ihrer Möglichkeiten im sichtbaren, akustischen und funkelektronischen Bereich gerichtet.

Die Analyse der Tendenzen moderner Formen und Methoden zur Führung der Gefechtshandlungen zeigt, dass die Führung der NATO in der Perspektive plant, den Umfang der durch Drohnen zu lösenden Aufgaben bedeutend auszudehnen. Der Einsatz unbemannter Flugkörper wird nicht nur für die Luftaufklärung sondern auch für die Vernichtung verschiedenster Erd- und Seeziele und in der Zukunft auch von Luftzielen vorbereitet.
Innerhalb dieser Ziele der NATO forcieren besonders die USA die Schaffung von Gefechtsdrohnen mit hochpräzisen Raketen der Klasse Luft-Boden und Luft-Luft. Ihr Einsatz ist vorgesehen als eines der Schlüsselelemente zur Erhöhung der Effektivität der Handlungen auf dem Kriegsschauplatz.

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Quellen: www.vko.ru / www.dfrc.nasa.gov

 
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