Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

S-200 "Wega" SA- 5

Fla-Raketenkomplex großer Reichweite

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Das Funktionsschema zeigt eine Fla-Raketenabteilungsgruppe mit zwei Zielkanälen.
Diese gliederte sich in drei Ebenen.
Ebene 1 Aufklärungs- und Zielzuweisungsmittel P-14, PRW-17, AFS und Kommandokabine K-9 : GS der FRAG.
Ebene 2 Die Leitstation mit der K-1 dem Antennenposten und der K-2 : GS der FRA und Apparatekabine.
Ebene 3 Die Startbatterie mit der K-3 als Startkabine, 6 Startrampen und Lademaschinen

 
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Die Aufhellstation RPZ zum Auffassen und beleuchten der zugewiesenen Ziele

Die Aufgaben der Aufhellstationen bestanden darin, die nach den Angaben des AFS oder der AZM der FRAG über die Kabine K-9 M zugewiesenen Ziele aufzufassen. Weiterhin führten sie - zuletzt mit dem noch 1989 im Zulauf befindlichen System "PAROL" - die Kennungsabfrage der Ziele durch, bestimmten deren Koordinaten, strahlten es laufend an ("aufhellen") und begleiteten es. Die maximale Auffaßentfernung in Höhen über 10.000 Metern (quasi-optische Sicht) betrug für strategische Bomber über 400 Kilometer, für Jagdbomber ca. 300 und für Marschflugkörper etwa 170 Kilometer. Weiterhin berechneten die Aufhellstationen die Informationen (Sekundärinformationen) für die Kabine K-9 M und die Angaben für die Startautomatik. Sie bestimmten die Angaben für die Lenkköpfe der FAR, legten den Startzeitpunkt und den Start der Raketen fest, starteten nach Drücken des Startknopfes die befohlene Anzahl, kontrollierten die Lenkung der FAR und beurteilten die Schießergebnisse. Hauptbetriebsarten der Aufhellstationen waren die "Gefechtsarbeit", "Kontrollarbeit" und "Training".

 
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Gefechtsarbeit in der Leitkabine einer FRA S-200

Links vom Eingang befand sich die Konsole des Startoffiziers. Er verarbeitete die Daten über das Ziel so, daß er dem "Großen Schießenden" in der K-9 M die Entscheidung darüber abnahm, ob sich ein Ziel innerhalb der Vernichtungszone befand und ob ein Start der Fla-Rakete ausgelöst werden konnte. Dazu verfugte er über das Startsichtgerät mit der Anzeige der Vernichtungszone und der Signale vom Lenkkopf der Rakete. Von hier konnte er den Start der Rakete auslösen. Dazu waren verschiedene Anzeigen vorhanden, die ihn über das jeweilige Regime der Vorbereitung informierten, in dem sich die Rakete befand bzw. ob diese zu Start freigeschaltet war. Rechts neben dem Startoffizier befanden sich die Arbeitsplätze des FO Leiten und des FO Erfassen. Wichtigste Aufgabe der beiden FO war das Auffassen des zugewiesenen Zieles. Dazu befanden sich in der Kabine K-2 W in drei Blöcken das Sektor- und Konussichtgerät sowie ein Entfernungs- und Geschwindigkeitssichtgerät (Spektralanalysator). Hinzu kamen das Start- und Kontrollsichtgerät. Hierdurch waren die Zielsuche und das Steuern der Aufhellstation auf das zugewiesene/ausgewählte Ziel, die Identifizierung und das Erfassen des Zieles, die Kontrolle der automatischen Begleitung, die Bestimmung des Startmomentes und die Kontrolle der Rakete sowie die Beurteilung des Schießergebnisses gewährleistet. Weitere Informationen in russisch finden Sie hier : http://pvo.guns.ru/s200/i_vega.htm#20

 
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Startkabine K-3 von hier werden die Raketen vorbereitet, die Startrampen gesteuert und nachgeladen

Die Kabine K-3 W hatte die Aufgabe, die Fliegerabwehrrakete zum Start vorzubereiten sowie automatisch deren Lenkköpfe nach den Winkelkoordinaten, nach der Geschwindigkeit und bei Notwendigkeit auch nach der Entfernung auf das Ziel zu richten. Dies war erforderlich, weil das Lenkverfahren der Rakete - halbaktive Steuerung anhand des reflektierten Signals von der Aufhellstation ein Ausrichten der Fliegerabwehrrakete und vor allem des Lenkkopfes mit Zielaufschaltung bereits am Boden ("quasi-optische Sicht") vor dem Start erforderte. Darüber hinaus hatte die Kabine automatisch die Empfänger der Lenkköpfe und die Senderfrequenz der Aufhellstation unter Berücksichtigung der Dopplerfrequenz der Zielgeschwindigkeit nachzustimmen. Die Apparatur einer Startleitkabine bildete sechs Steuerkanäle, die die gleichzeitige Vorbereitung der entsprechenden Anzahl an Fliegerabwehrrakete zum Start gewährleisteten. Die Kabine verfügte über eigene Schalteinrichtungen zum Einschalten der Stromversorgung, eine Wechselsprechanlage, Kühl- und Heizsystem sowie eine Filterventilationsanlage. Die Kabine war über ein Kabel mit der Aufhellstation, den Startrampen und der Dieselelektrostation K-20 verbunden.

Quelle und weiterführende Informationen :

www.S200-wega.de

Standorte des S-200 weltweit :http://rammstein.dfmk.hu/~s200/#

http://de.wikipedia.org/wiki/SA-5_Gammon

 
Übersicht zum Einsatz der russischen Fla-Raketenkomplexe S-200 "Wega" (SA-5 Gammon)

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