Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

S-75 - Fla-Raketenkomplex "Wolchow"

Fla-Raketenkomplex mittlerer Reichweite

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Sende-Empfangs-Kabine des Fla-Raketenkomplexes S-75 " Wolchow "

Fünf Antennen sind erkennbar. Von links sie Antenne des Funkkommandosenders über die die Lenkkommandos zu den Raketen gestrahlt werden. Die kreisrunden Reflektoren nebeneinander sind Zielortungsantennen für große Reichweite 75 - 150 km, darunter befindet sich die Zielortungsantenne für den Seitenwinkel und rechts daneben im Winkel von 90 sieht man die Zielortungsantenne für den Höhenwinkel bis zu einer Reichweiten von 75 km. Die Antennen können nacheinander demontiert und montiert werden. Sie wurden auf drei Antennenhängern transportiert. Die Demontage der Antenne dauerte bei einer gut ausgebildeten Besatzung 45-60 min. Für die Montage benötigte man ca. 70 min. Die Gefechtsbereitschaft einer FRA S-75 nach der Verlegung bis zur Startbereitschaft konnte von gut ausgebildetem Personal in 150 Minuten hergestellt werden. Bei durchschnittlichem Personal konnte es auch mehr als vier Stunden dauern.

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Die Beladung einer Startrampe während der Gefechtsausbildung

Die Technik der FRA S-75 umfasste in der Führungskompanie :die Rundblickstation P-18, den Höhenfinder PRW-13, die Technik des AFS Vektor-1 M sowie die Nachrichtentechnik. In der Funktechnischen Kompanie : die Sende-Empfangs-Kabine PW, die Kabine AW mit der Rechentechnik und dem Funkkommandosender, die Leitkabine UW, aus der der Kommandeur das Schießen auf die zugewiesenen Lufziele durchführte und die Stromversorgungsanlage mit 400 kW. Zur Startbatterie gehörten 6 Startrampen, 6 Transport-Ladefahrzeuge und 12 Fla-Raketen vom Typ 20 DSU. In der NVA gehörte zur FRA S-75 ein Technische Kompanie mit einem Raketenlager mit 36 Fla-Raketen, 6 Transport-Lade-Fahrzeugen, den Betankungsplätzen für Luft, Treibstoff und Oxydator. In jeder FRA war für die eingelagerte Anzahl Raketen genügend Treibstoff und Oxydator eingelagert.

Die Fla-Raketenabteilung S-75

Die FRA S-75 hatte in der NVA folgende Struktur :

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Die Fla-Raketenabteilung S-75 der NVA hatte zum Abschluss 1990 eine Friedensstärke von ca. 180 Offizieren, Fähnrichen, Unteroffizieren und Soldaten sowie ca. 20 Zivilbeschäftigten. Nach durchgeführter Mobilmachung war eine Kriegsstärke von 330 Armeeangehörigen geplant.
Die FRA bestand aus drei Objekten. Dem Kasernenobjekt mit den Unterkünften, den Büros des Stabes, den verschieden Lagern, dem Kfz-Park, den Versorgungseinrichtungen wie Küche, Speisesäle, Verkaufsstelle und Gaststätte. Der technischen Zone mit dem Raketenbunker und den Betankungsplätzen und schließlich der Feuerstellung für das Diensthabende System.

 
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Luftbild der Feuerstellung
einer FRA S-75
  Luftbild der Kaserne
und technischen Zone

Die FRA S-75 konnte mit den eigenen Aufklärungsmittel P-18 und PRW-13 Luftziele bis maximal 240 km Entfernung orten. Die Raketenleitstation konnte das bis 150 km. Die Ortungsentfernungen waren natürlich immer abhängig von der Zielhöhe, der Reflexionsfläche des Zieles, dem Deckungswinkel im Nahbereich und von der elektronischen Störlage. Da die FRA S-75 am Beginn der 60er Jahre unter strengster Geheimhaltung in Waldgebieten entfaltet wurden, waren die Ortungsbedingungen in geringen Höhen eingeschränkt. Das führte ab 1982 zum Neubau von Feuerstellungen für die bestehenden FRA S-75.

Die Vernichtungsmöglichkeiten einer FRA S-75 :

Die zweistufige Fla-Rakete 20 DSU hatte eine Bekämpfungsreichweite in geringen Höhen (100 m) von 24 km und konnte in 23.000 m Höhe Ziele auf eine Entfernung bis 37 km treffen. Auf der passiven Flugbahn der Rakete ( der Flug wird ohne Arbeit des Triebwerkes fortgesetzt) konnten Ziele bis maximal 53 km bekämpft werden. Damit war die FRA S-75 in der Lage in mittleren und großen Höhen eine Fläche von 4.150 km² und in geringen Höhen von 1.650 km² um ihre Feuerstellung Ziele zu bekämpfen. Für die Vernichtung von Zielen mit ausreichender Wahrscheinlichkeit war unter komplizierten Bedingungen der Start von drei Raketen erforderlich. Damit war die Möglichkeit gegeben mit der ersten Beladung der Startrampen zwei Ziele zu bekämpfen. Dann mussten die Startrampen neu beladen werden. In dieser Zeit musste die FRA durch das Feuer der Flakbatterie, die mit 6 ZU-23/4 Geschützen ausgerüstet war, gedeckt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.fra-231.de

http://www.peters-ada.de/sa2.htm

oder in russischer Sprache in der Zeitschrift der russischen Luftverteidigung "Vestnik PVO"

http://pvo.guns.ru/s75/s75.htm

http://de.wikipedia.org/wiki/S-75

Der Sam-Simulator

Das Beste zum FRK S-75 findet der interessierte Fla-Raketenmann unter dieser ungarischen Adresse. Hervorragende Bilder und einen Simulator zum herunterladen
"Ein Traum wurde war , es gibt es wirklich"  der Sam-Simulator,  schreibt ein ehemaliger Leitoffizier.
(Download über den Link auf der Homepage, Größe ca. 52 MB)

 
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