Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

Das Schießen mit Fla-Raketen

Das Schießen mit Fla-Raketen besteht aus mehreren komplizierten Abschnitten :

  • der Zuweisung des zu bekämpfenden Zieles an die Fla-Raketenabteilung durch den vorgesetzten Gefechtsstand,
  • der Suche des zugewiesenen Zieles mit den Aufklärungs- und Zielzuweisungsmittel der FRA,
  • die Zuweisung des Zieles an die Sende- und Empfangskabine der Raketenleitstation,
  • die Vorbereitung der Fla-Raketen zum Start,
  • das Auffassen des Zieles durch die RLS und die Übernahme in Begleitung,
  • das Bestimmen des Startmomentes, der Wahl der Leitmethode, der Anzahl der Raketen und der Start der Fla-Raketen,
  • das Erfassen der Raketen durch die RLS und ihre Leitung zum Ziel,
  • die Auslösung der Detonation des Gefechtsteiles bei genügender Annäherung,
  • die Beobachtung der Schießergebnisse und die Meldung des Ergebnisses an den vorgesetzten Gefechtsstand.

Die Kompliziertheit dieses Vorgangs lässt sich an einem einfachen Vergleich veranschaulichen. Der Fla-Raketenkomplex S-75 kann ein Flugzeug in mittlerer Höhe bis auf eine Entfernung von 35 km vernichten. Vergleicht man das Schießen eines Sportschützen, der über 50 m eine Zielscheibe vom Ausmaß 10 X 10 cm mit dem Fla-Raketen Schuß dann bedeutet das :

Sportschütze : Treff-Fläche 0,01 m² Entfernung 50 m Verhältnis 0,0002
Fla-Rakete : Treff-Fläche 0,5 m² Entfernung 35.000 m Verhältnis 0,000014

Der Vergleich der Verhältniszahlen zeigt, dass die Aufgabe des Schießens mit Fla-Raketen um mehr als das 14 Fache schwerer ist als die "10" beim Sportschießen zu erreichen. Die Bedingungen des Vergleichs sind stark vereinfacht, der Vorgang ist um ein Vielfaches schwieriger.

 
© (2009-2012) www.lv-wv.de