Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

Beitrag Nr. 1 - Peking 1959

Nach dem die Alliierten des 2. Weltkrieges aus ideologischen Gründen dem gemeinsamen militärischen Handlungen ade gesagt hatten, begann ein verschärftes Wettrüsten zwischen den USA und der NATO auf der einen Seite und der Sowjetunion und des Warschauer Vertrages auf der anderen Seite.
Das riesige Territorium des Warschauer Vertrages, besonders der UdSSR, veranlasste die USA auf die Luftaufklärung zu setzen. Es wurden Aufklärungs-flugzeuge entwickelt, die von Flugzeugen des WV zunächst nicht bekämpft werden konnten. Das führte zu verstärkten Anstrengungen der Sowjetunion bei der Entwicklung ihrer Fliegerabwehrraketen.
Die beiden Kombinate ALMAZ und FAKEL des sowjetischen militärisch-industriellen Komplexes stellten ab Mitte der 50ger Jahre die ersten Fla-Raketenkomplexe vom Typ SA-75 "Dwina" und Fla-Raketen W-750 für die Luftverteidigung des Landes zur Verfügung.

Auch die Volksrepublik China erhielt auf der Grundlage eines Abkommens vom 15. Mai 1953 diese moderne Raketentechnik zum Schutze ihres Luftraumes. Im Zusammenhang mit der Taiwankrise im August 1958 erhielten die Streitkräfte Taiwans modernste amerikanische Waffen darunter auch Aufklärer des Typs RB-57D und später des Typs U-2. Gegen diese Aufklärungsflugzeuge konnten die Chinesen keine eigenen Flugzeuge erfolgreich einsetzen.
Erst mit der Einführung von Fla-Raketenkomplexen mittlerer Reichweite waren Sie in der Lage gegen diese Höhenaufklärer erfolgreich zu handeln.

7. Oktober 1959, Peking

Fünf Fla-Raketenabteilungen des Typs SA-75 "Dwina", eine Technische Abteilung und 62 Raketen hatte die UdSSR geliefert und um Peking in Stellung gebracht. In den ersten drei Monaten des Jahres 1959 flogen die RB-57D zehn Stunden über China und im Juni des Jahres wurden zweimal Aufklärer über Peking erkannt. Das Flugzeug RB-57D war auf der Basis der britischen Canberra in den USA als strategischer Höhenaufklärer weiter entwickelt worden.
Gipfelhöhe 19.000 m, Reichweite bis 1.800 km, Geschwindigkeit bis 900 km/h.
Abbildungen zum Flugzeug findet der interessierte Leser im Anhang.

Zur Absicherung der Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag der VR China hatte die chinesische Führung die Sowjetunion um Unterstützung mit Spezialisten gebeten. Diese Unterstützung wurde durch Spezialisten der sowjetischen Fla-Raketentruppen gewährt.
Am 7. Oktober 1959 überquerte ein aus Richtung Süden kommendes Flugzeug in 18.000 m Höhe die Seegrenze der VR China. Zunächst versuchte man das Ziel mit Jagdflugzeugen abzufangen. Als das nicht gelang, wurden, als der Aufklärer sich 500 km vor Peking befand, die Fla-Raketen um Peking in Gefechtsbereitschaft versetzt. Als der Aufklärer in die Startzone der ersten FRA einflog startete diese eine Reihe von drei Raketen. Alle Raketen detonierten am Ziel und holten den Luftraumverletzer vom Himmel. Der Treffpunkt lag in großer Höhe. Das Flugzeug zerbrach und die Trümmer wurden über eine große Fläche zerstreut. Der taiwanesische Pilot Intsin van kam beim Abschuss ums Leben.
Zwischen der sowjetischen und chinesischen Führung war aus Geheimhaltungsgründen Stillschweigen über den Vorgang vereinbart. Auch die taiwanesische Seite war an einer Offenlegung ihrer Grenzverletzung nicht interessiert. So gab es in Taiwans Zeitungen nur eine kurze Notiz, dass eine RB-57D bei einem Trainingsflug abgestürzt sei. Erst viele Jahre später wurde bekannt, dass der erste erfolgreiche Einsatz sowjetischer Fla-Raketentechnik in der Nähe von Peking stattfand.

Weitere Informationen finden Sie unter : Wikipedia - Technische Daten Martin B-57G

Der Strategische Aufklärer RB-57 D in der Luft

Ein Teil der Fotoausrüstung am Bug der RB-57 D

 
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