Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

Beitrag Nr. 8 ~ Unangenehme und gefährliche Gegner
Lockheed SR-71 Blackbird

Die strategische Aufklärung der Amerikaner konnte trotz stark voranschreitender Raketentechnik in den 60er Jahren noch nicht auf die Luftaufklärung verzichten. Die Genauigkeit der Aufklärung aus dem Kosmos ließ zu wünschen übrig und die festen Flugbahnen der Aufklärungssatelliten brachten ebenfalls Einschränkungen. Man setzte auf ein Flugzeug, dass nicht nur hoch sondern auch schnell fliegen konnte. Aus der Lockheed A-12 OXCART , die am Ende der 50er Jahre entwickelt wurde, entwickelt man die YA-12A Blackbird und später die M-21 Blackbird. Unter größter Geheimhaltung entstand daraus im berüchtigten Area - 51 die SR - 71 Blackbird, die 1964 ihren Erstflug hatte und 1966 auf der Beale Air Force Base in Kalifornien in Dienst gestellt wurde. Die Bezeichnung geht auf einen Irrtum von Lyndon B. Johnson zurück, der sie so bezeichnete, obwohl die richte Benennung RS-71 hieß. Die SR-71 hat legendäre Flugparameter bei Gipfelhöhe H max = 26.213 m und maximaler Fluggeschwindigkeit v max = 3.529 km/h. Die Reichweite ohne Nachbetankung ist mit 4.830 km angegeben. Sie hat zwei Mann Besatzung, die mit dem gleichen Höhenanzug fliegen wie die amerikanischen Astronauten. In der Zeit 1972 - 1989 flogen die SR-71 3551 Aufklärungseinsätze davon 2752 im 3 Mach-Bereich.
Im Verlaufe ihres Einsatzes in den US-Streitkräften wurde keine Maschine abgeschossen. Von den insgesamt 32 gebauten Exemplaren gingen 12 durch Unfälle verloren.

Ab Beginn der 70er Jahre hatte dieses Flugzeug bei allen Angehörigen der Luftverteidigung der DDR einen schlechten Ruf, weil es das Diensthabende System zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten zum Einsatz brachte. Dieses Vögelchen hatte sogar ein eigens Signal im DHS. Es lautete "Jastreb" die russische Bezeichnung für Habicht. Wenn dieses Signal auf der Linie der Gefechtsstände ausgelöst wurde, hieß es besonders schnell zu sein und strenge Funkmessdisziplin einzuhalten. Die Aufgabe eines Fluges war, Aktivitäten des Luftverteidigungssystems des Warschauer Vertrages zu provozieren, um die Abstrahlungen der eingesetzten Funkmessstationen zu registrieren und daraus Schlussfolgerungen abzuleiten.
Es gab bis 1990 außer den Fla-Raketentruppen kein Mittel zur Bekämpfung auf den Territorium der DDR. Die Fla-Raketenabteilungen S-75 "Wolchow", S-200 "Wega" und S-300 "Angara" hatten entsprechend ihrer Einsatzhöhen und Startentfernungen die Möglichkeit eine Bekämpfung der SR-71 durchzuführen.
Die MIG - 25 der GSSD hätten es nur unter ganz bestimmten Bedingungen aus einer grenznahen Sperrflugzone heraus gekonnt. Die SR-71, die auf dem Zentraleuropäischen Kriegsschauplatz handelten, waren in Mildenhall, Südost-England, stationiert. Der Flug entlang der Staatsgrenze der DDR nach Süden dauerte ca. 8 - 9 Minuten. Nach dem Flug entlag der Grenze der CSR erfolgte der Rückflug auf der gleichen Strecke in Richtung Norden. Gleichzeitig mit der SR-71 befanden sich im Luftraum der BRD in der Regel zwei E-3A AWACS, und eine RC-135 für eine Nachbetankung, wenn der Flug in die Tiefe des Ostseeraumes fortgesetzt werden sollte. Ausgehend von der großen Flughöhe von 22 km konnten die Aufklärungssysteme der SR-71 Funkmess- und Raketenleitstationen bis zu einer Entfernung von 600 km von ihrer Flugstrecke registrieren. Um die Aufklärung der Arbeitsfrequenzen zu verhindern, durften nur festgelegte Funkmessmittel abstrahlen. Dazu gab es die Signale "rot" und "grün". Grün Abstrahlung erlaubt, rot Abstrahlung verboten.

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Wikipedia ~ Lockheed SR71 (externer Link)



  

Strategischer Aufklärer SR-71 von Lockheed

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