Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

Buchbesprechung für ASMZ



Peter Veleff, Dr.iur.
Rietliweg 100
CH- 8704 Herrliberg
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Buchbesprechung für ASMZ
(Allgemeine Schweizerische Militärzeitschrift, Herausgeber: Schweizerische Offiziersgesellschaft)



Bernd Biedermann / Siegfried Horst
Die Fla-Raketentruppen der Luftverteidigung der DDR
Geschichte und Geschichten
Steffen Verlag, Friedland,
ISBN 978-3-940101-87-7

Am 7.Oktober 1959 drang der taiwanesische Pilot Intsin Van in 18'000 m Flughöhe am Steuer eines (von den USA für Aufklärungsflüge in grossen Höhen entwickelten) Flugzeuges in den Luftraum von Peking ein. Drei sowjetische, vom Boden aus gestartete Abwehrraketen setzten dem Flug ein Ende. Der Abschuss wurde von allen beteiligten Seiten geheim gehalten.

Am 1.Mai 1960 folgte über dem Territorium der UdSSR bei Swerdlowsk in einer Höhe von 21 Kilometern (!) ein weiterer Abschuss des vom (nichts ahnenden und sorglos dahinfliegenden) US-Piloten Francis G.Powers gesteuerten Flugzeuges U-2. Diesmal unter grossem weltweiten Aufsehen. So einerseits, weil Powers per Fallschirm abgesprungen und gefangen genommen worden war, aber auch, weil bis dahin als sicher gegolten hatte, dass die UdSSR keine Waffen besitze, um Spionageflügen in derartigen Höhen überhaupt etwas entgegen zu setzen.

Das neue Buch der Autoren Biedermann und Horst, beide ehemalige ranghohe Offiziere der Fla-Raketentruppen der NVA, informiert auf rund 400 Seiten in Wort und Bild eingehend über die rasche Entwicklung, den streng geheimen Aufbau und die Ausbildung von neuen Raketentruppen im System der Luftverteidigung des östlichen Militärblocks seit den 50er-Jahren des 'Kalten Krieges'. In einem ersten Teil erfährt der Leser zahlreiche (einst in allen Teilen hochgeheime!) Details der stets verbesserten Technik, des Aufbaues und der harten Ausbildung der neuen Elite-Truppe der NVA. In einem zweiten, mit Bildern und Dokumenten bereicherten Teil, gewinnt er durch Erlebnisberichte von rund 40 ehemaligen Truppen-Angehörigen aller Grade Einblick in die besonderen technischen, organisatorischen, aber auch menschlichen Probleme des Dienstbetriebes einer hoch motivierten Spezialtruppe der östlichen Luftabwehr. Einer Truppe, welche sich im Verband und relativ kurzen Abständen immer wieder auf dem Polygon der sowjetischen Luftverteidigung in Aschuluk bei Astrachan im scharfen Schuss vor sowjetischen Experten neu zu bewähren hatte.

Peter Veleff

 
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