Die Luftverteidigung der DDR bis 1990

NATO

NATO Streitkräfte Zentraleuropa - Luftverteidigung (1983) -2 -

In den50er Jahren beschloss die NATO, für die Verteidigung Westeuropas einen Gürtel von festen Flugabwehrraketen-stellungen von Nord nach Süd aufzubauen. Das Kernstück sollte ein doppelter Raketenriegel von der Nordsee bis zum Bodensee, getragen von mehreren NATO-Staaten unter gemeinsamer Führung, sein.

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Der "doppelte Raketengürtel" der NATO

Als Einsatzsysteme für die Luftverteidigung wurden amerikanische Raketensysteme vom Typ "Nike" und "Hawk" vorgesehen. Die Nike-Raketen waren im westlichen Riegel für den mittleren und oberen Höhenbereich geplant, während die Hawk-Raketen östlich des Nike-Riegels gegen Tiefflieger und Ziele in mittleren Höhen wirken sollten. Die Nike-Systeme waren für den Einsatz aus festen und geschützten Stellungen vorgesehen. Die Hawk-Systeme waren für den mobilen Einsatz ausgelegt, wurden aber auch in festen Stellungen untergebracht, in denen sie jederzeit einsatzbereit waren.
Für die Flugabwehrraketensystem bestand eine Einsatzbereitschaft rund um die Uhr, um als Waffe der ersten Stunde jederzeit gegen einen potentiellen Luftangriff des Warschauer Paktes eingesetzt zu werden. Diese Einsatzbereitschaft war sehr personalintensiv, galt aber als Voraussetzung für die damalige Abschreckungsstrategie. Fast 25 Jahre bestand der doppelte Raketenriegel. Ständig wurde die Technik modernisiert. Um die Wirksamkeit des Nike-Systems zu erhöhen wurden die Nike-Ajax durch Nike-Hercules-Raketen mit Kernsprengköpfen ersetzt. In den 80er Jahren begann die Ablösung durch das moderne, mobile, mehrkanalige Patriot-Sytem.
Mit dem politischen Umbruch 1989 und der Auflösung des Warschauer Paktes entstand in Zentraleuropa eine neue militärische Lage durch die der Luftverteidigungsriegel der NATO überholt war. Das Einsatzkonzept der bodengebundenen Luftverteidigung sieht heute einen mobilen Einsatz im gesamten Bündnisgebiet vor und hat mit dem statischen Konzept aus der Zeit des Eisernen Vorhanges nichts mehr zu tun.

Den aktuellen Bestand an einsatzbereiten Flugabwehrkräften der Bundeswehr findet der interessierte Leser unter www.luftwaffe.de. Die NATO hat seit 2002 die NATO RESPONSE FORCE (NRF)-die schnelle Eingreiftruppe gebildet. Das FlaRakG 1 "Schleswig-Holstein" war das erste deutsche Geschwader in der Standby Phase (Abrufbereitschaft). Der Zweck der NRF ist es, auf Beschluss des NATO-Rates Krisen, Konflikte und Gefahren weltweit effektiv einzudämmen. Die Zuordnung zur NRF erfolgt jeweils für 6 Monate

 
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